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Arbeitsplatzergonomie

Einen Großteil seiner Zeit verbringt der Mensch an seinem Arbeitsplatz. Deshalb sollte und darf das Thema Arbeitsplatzergonomie auch nicht unterschätzt werden. Die Folgen der Ignoranz von Arbeitsplatzergonomie können von einfachem Nichtwohlfühlen am Arbeitsplatz bis hin zu nicht wiedergut zumachenden Gesundheitsschädigungen reichen. Dies kann zu Personalausfall und den damit verbundenen Kosten führen.

Beugen Sie vor!

Im folgenden finden Sie Hinweise zur Einrichtung von ergonomisch gestalteten EDV-Arbeitsplätzen sowie zur Umstellung von bestehenden Arbeitsplätzen auf ergonomisch richtig eingerichtete EDV-Arbeitsplätze.

Der Schreibtisch

Der Schreibtisch sollte auf die optimale Arbeitshöhe eingestellt werden. Große Menschen mit langen Beinen brauchen eine höhere Arbeitsfläche, kleine Menschen brauchen niedrigere Arbeitstische. Die Abstände zwischen Augen und Bildschirm, Tastatur und Vorlage sollten zwischen 45 und 60 cm liegen. Bei Bildschirmen ab 17" und bei großen Schriften sind 60 bis 80 Zentimeter zu empfehlen. Vor der Tastatur muss genügend Platz zur Auflage der Hände sein, ca. 5 bis 10 cm von der Tischkante. Arbeitsmittel, die oft benutzt werden, sollten direkt vor Ihnen liegen, damit der Körper nicht verdreht werden muss. Optimal sind stark höhenverstellbare Tische, so das man zwischenzeitlich auch mal im Stehen arbeiten kann. Optional bieten sich je nach Bürogröße oder Mitarbeiterzahl auch ein bis zwei Stehpulte an, die von den Mitarbeitern nach Bedarf im Wechsel genutzt werden können. Der Tisch sollte genügend Beinfreiheit bieten - die Beinraumbreite sollte ungefähr 60 cm betragen.

Der Bürostuhl

Der verwendete Bürostuhl muss ergonomisch gestaltet und standsicher (5 Füße oder eine große, schwere Bodenplatte) sein. Der Bürostuhl sollte höhenverstellbar sein, damit er individuell an Ihre Körpergröße angepasst werden kann. Die Sitzfläche und Rückenlehne sollten neigungsverstellbar und anatomisch geformt sein. Der Kontakt zur Lehne sollte ständig gegeben sein. Die verstellbare Rückenlehne sollte allen Bewegungen folgen und ständig den Rücken unterstützen. Der Gegendruck der Lehne sollte auf das Körpergewicht einstellbar sein oder sich automatisch einstellen. Die Stauchung der Wirbelsäule beim Hinsetzen sollte durch eine gute Federung abgefangen werden. Durch atmungsaktive Polster vermeiden Sie unangenehmes Schwitzen.

Der Monitor

Der Monitor sollte in einem Winkel von 90° zum vom Fenster einfallenden Licht stehen. So werden Spiegelungen die von hinten einfallen können und helles Gegenlicht beim Aufblicken vermieden. Die auf dem Bildschirm dargestellten Zeichen müssen scharf, deutlich und ausreichend groß sein sowie einen angemessenen Zeichen- und Zeilenabstand haben. Das auf dem Bildschirm dargestellte Bild muss stabil und frei von Flimmern sein; es darf keine Verzerrungen aufweisen. Die Helligkeit der Bildschirmanzeige und der Kontrast zwischen Zeichen und Zeichenuntergrund auf dem Bildschirm müssen einfach einstellbar sein und den Verhältnissen der Arbeitsumgebung angepasst werden können. Der Bildschirm muss frei von störenden Reflexionen und Blendungen sein. Das Bildschirmgerät muss frei und leicht neig- und drehbar sein. Die Strahlung des Monitors muss so niedrig gehalten werden, dass sie für die Sicherheit und Gesundheit des Benutzers unerheblich ist.

Die Tastatur

Die Tastatur muss vom Bildschirmgerät getrennt und neigbar sein, damit die Benutzer eine ergonomisch günstige Arbeitshaltung einnehmen können. Die Tastatur und die sonstigen Eingabemittel müssen auf der Arbeitsfläche variabel angeordnet werden können. Die Arbeitsfläche vor der Tastatur muss ein Auflegen der Hände ermöglichen. Die Tastatur muss eine reflexionsarme Oberfläche haben. Form und Anschlag der Tasten müssen eine ergonomische Bedienung der Tastatur ermöglichen. Die Beschriftung der Tasten muss sich vom Untergrund deutlich abheben und bei normaler Arbeitshaltung lesbar sein. Die Tastatur sollte so vor dem Bildschirm platziert werden, dass die Handgelenke nicht nach oben abgeknickt werden müssen. Vor der Tastatur sollen noch 15 bis 20 cm Platz für die Hände bleiben. Halten sie die Handgelenke gerade - beugen und drehen belastet. Handballen nicht auf der Tastatur abstützen. Tippen sie mit sanftem Anschlag auf die Tasten. Aufgestützte Unterarme entlasten die Brustwirbelsäule. Gesünderes und komfortableres Arbeiten ermöglichen ergonomisch geformte Tastaturen. Die natürliche Haltung der Hände wird durch speziell geformte Tastaturen gefördert. Im Gegensatz zu normalen Tastaturen ist der Tastenblock hier auf zwei Teile, jeweils für die rechte und die linke Hand, leicht aufgewinkelt aufgeteilt. Die Hände liegen natürlicher auf der Tastatur auf und man muss die Handgelenke dadurch nicht krampfhaft gerade halten. des weiteren empfiehlt sich der Einsatz einer Handballenauflage mit einer weichen Gelfüllung.

Die Maus

Längeres Arbeiten mit der Maus verursacht das schmerzhafte RSI-Syndrom! Wer viele Stunden seines Arbeitstages am Bildschirmarbeitsplatz verbringt und dabei überwiegend die Maus für die Steuerung der Anwendungsdialoge nutzt, kennt das Problem: häufige Schmerzen im Arm und in der Schulter, ausgelöst durch das so genannte RSI-Syndrom (engl.: "Repetitive Strain Injury"). Immer mehr Menschen klagen über solche Beschwerden, seit sich die Kombination Tastatur und Maus als Eingabegeräte an stationären Bildschirmarbeitsplätzen durchgesetzt und der Anteil der Mausbenutzung durch die objektorientierte Softwaregestaltung deutlich zugenommen hat. Damit die zu beobachtenden Beschwerden erst gar nicht auftreten oder zumindest minimiert werden können, sollten Maus und Tischoberfläche unter ergonomischen Gesichtspunkten gestaltet oder die Nutzung alternativer Eingabegeräte erwogen werden.
Hier können Sie den vollständigen Artikel RSI-Syndrom nachlesen. Klicken Sie bitte hier bei Darstellungsproblemen.
Zur Steuerung der Maus, sollten Sie ein Mauspad mit erhöhter Handballenauflage mit weicher Gelfüllung benutzen. Die Maus selbst, sollte über eine nach außen um ca. 30° abfallende Gehäuseschale verfügen. Dies entspricht in etwa der entspannten Handhaltung beim Führen der Maus. Achten Sie beim Kauf einer Computermaus auf ein anatomisch geformtes Gehäuse. Ebenso sollte die Maus über ein Scrollrad für den Bildlauf sowie über freibelegbare Funktionstasten verfügen. Eine weitaus bessere Alternative zu Mäusen stellen aber die so genannten Eingabestifte dar. Sie ermöglichen ein verschleiß- und ermüdungsfreies Arbeiten.

Handgelenk- und Armbeschwerden

Empfindungs- und Gesundheitsstörungen im Handgelenk und Arm werden häufig durch zigfache Wiederholung (Repetitionen) ein und derselben Bewegung, z.B. durch Mausbewegungen oder Tippen, verursacht. Mögliche Folgen sind zum Beispiel:

Aus diesen Störungen entwickelt sich das sog. RSI-Syndrom (engl.: "Repetitive Strain Injury"). Bei RSI-Symptomen handelt es sich zumeist um nicht mehr heilbare Micro-Verletzungen und Gewebsveränderungen, welche sich in wahrnehmbaren Symptomen (Störungen, Schmerzen) äußern. Extreme Fälle von RSI erlauben erkrankten Personen kaum mehr das schmerzfreie Halten einer vollen Tasse Kaffee!
Nach einer aktuellen Untersuchung der amerikanischen Ergonomie-Spezialisten Anthony D. Andre und Jeff English lehnen sich Surfer häufig zurück und erhöhten auf diese Weise den Abstand zur Maus, was größere Belastungen für Handgelenke und Ellenbogen nach sich zieht. Auch erfordert das Blättern auf einer Internet-Seite ein ständiges Drücken des Mausknopfes, welches den Zeigefinger des Nutzers belasten kann.
Viele Internet-Surfer behalten laut English und Andre die Hand an der Maus, während sie auf das Herunterladen einer Seite warteten, statt die Zeit als Entspannungsphase zu nutzen.
Die Autoren der Untersuchung raten den Internet-Surfern dazu, näher an der Maus zu sitzen, während längerer Ladevorgänge die Haltung zu wechseln, eine so genannte "Wheel-Maus" (Maus mit Scrollrad) zu verwenden und sich nach Möglichkeit nicht mit dem Arm aufzustützen, welcher die Maus nicht kontrolliert.

Achtung: Linkshänder sollten unbedingt Mäuse verwenden, die auch für die linke Hand konzipiert sind. Leider achten Hersteller zu selten darauf, Geräte für beide Hände zu entwickeln.

Körperhaltung

Halten sie Ihre Beine niemals gekreuzt. Das Blut kann in übereinander geschlagenen Beinen nicht optimal zirkulieren, Sehnen, Bänder und Nerven werden gequetscht. Die Folgen: Eingeschlafene Beine und Füße und eine schiefe Beckenstellung, die sich negativ auf den Rücken auswirkt bis hin zur so genannten lebensgefährlichen "Reisetrombose". Auch Ober- und Unterschenkel sollen einen Winkel von 90° oder mehr bilden. Dabei muss es möglich sein, die Füße ganzflächig aufzustellen. Falls dies nicht möglich ist, so nutzen Sie eine in der Schräge und Höhe verstellbare Fußstütze. Die Oberarme hängen locker herab, Unterarme bilden eine waagerechte Linie zur Tastatur. Ober- und Unterarme sollen ebenfalls einen Winkel von 90° oder mehr bilden. Ursache vieler Rückenbeschwerden sind nicht nur falsch justierte oder alte Bürostühle. Wer sich gern auf der Stuhlkante fläzt und dabei die Wirbelsäule rundbuckelt, darf sich über Schmerzen nicht wundern: Ein Rundrücken belastet die Bandscheiben und schränkt die Atmung ein. Richtige Haltung: Die Rückenlehne sollte besonders im Bereich der Beckenoberkante gut stützen. Die Vorderkante des Sitzes befindet sich auf Höhe der Kniekehle. Beim Zurücklehnen bleibt zwischen Sitzvorderkante und Kniekehle ein Abstand von ein bis zwei Fingerbreiten. Das Becken ist leicht vorgekippt. So kommt die Lendenwirbelsäule in ihre normale Krümmung. Die Brustwirbelsäule ist aufgerichtet. Wechseln sie häufig Ihre Sitzposition und stehen sie öfter mal auf. Des Weiteren ist zu empfehlen, dass nur Bürostühle mit Armlehnen zum Einsatz kommen, da diese die Wirbelsäule zusätzlich entlasten können. Beim Sitzen sollten sie die ganze Sitzfläche und Rückenlehne nutzen und die Lehne auf das Körpergewicht einstellen: Je höher das Körpergewicht, desto härter sollte die Lehne federn. SwooperZu empfehlen, sind Sitzgelegenheiten, die Sie dazu bewegen selbst das Gleichgewicht zu halten, da Sie dadurch immer etwas Bewegung im Becken- und Rückenbereich haben.
Die Tastatur sollte so vor dem Bildschirm platziert werden, dass die Handgelenke nicht nach oben abgeknickt werden müssen. Vor der Tastatur sollen noch 15 bis 20 cm Platz für die Hände bleiben. Halten sie die Handgelenke gerade - beugen und drehen belastet. Handballen nicht auf der Tastatur abstützen. Tippen sie mit sanftem Anschlag auf die Tasten. Aufgestützte Unterarme entlasten die Brustwirbelsäule.
Wenn sie viel am Bildschirm arbeiten, ist die richtige Ausrichtung des Monitors wichtig. Stellen sie ihn nie schräg zum Körper auf, sonst müssen sie den Kopf drehen , um auf den Schirm zu schauen. Auch eine zu tiefe oder zu hohe Bildschirmposition schadet. Blicken sie so auf den Monitor, dass Kopf, Halswirbelsäule und Rücken in neutraler Position sind. Die Distanz zwischen Ihren Augen und dem Monitor sollte zwischen 60 bis 90 cm betragen. Die Oberkante des Monitorbildes sollte eine waagerechte Linie mit Ihren Augen bilden oder eher etwas tiefer liegen.

Und denken Sie bitte immer daran: Wer auch am Arbeitsplatz fit sein will, sollte sich Pausen und Entspannungsübungen gönnen. Nicht nur Arme, Schultern und Rücken sollten ab und zu gelockert werden, sondern auch die Augen müssen sich von der anstrengenden Bildschirmarbeit erholen. Dazu sollte man auch öfter aufstehen und sich die Beine vertreten. Auch mit den Händen sollte man ab und zu etwas anderes tun, als nur Tippen oder die Maus zu bewegen. Versuchen Sie regelmäßig kleine, kurze Übungsprogramme in Ihren Arbeitsalltag einzubringen, um ausgleichende Bewegungsabläufe zu integrieren und Schmerzproblematiken vorzubeugen! In den Pausen kann man auch im Büro und am Arbeitsplatz daheim etwas für die Fitness und die Gesundheit tun. Am Ende dieser Seite finden Sie einige sinnvolle Übungen zur Bürogymnastik.

Die Schreibtischbeleuchtung

Die Schreibtischleuchte sollte so ausgelegt sein, dass auch hier ein direkter Blick auf das eingesetzte Leuchtmittel nicht gegeben ist. Sie muss blendfrei sein und die Arbeitsfläche des Schreibtisches ausreichend und gleichmäßig ausleuchten.

Die Deckenleuchte

Die Deckenleuchten sollten so ausgelegt sein, dass man keine Leuchtstofflampen direkt sieht, wenn man von unten in den Leuchtenkörper schaut. Das Licht sollte über das eingesetzte Raster nach unten reflektiert werden. Leuchtstofflampen können in Verbindung mit falsch eingestellten Röhrenmonitoren zu Bildschirmflimmern führen, welches auf die in Deutschland verwendete Spannungsnetzfrequenz von 50 Hz zurückzuführen ist. Der Einsatz von indirekter Beleuchtung ist dem von direkter Beleuchtung auf jeden Fall vorzuziehen.

Die Arbeitsplatzumgebung

Für sitzende Tätigkeiten wird eine Raumtemperatur von 21 - 22° empfohlen. Bitte beachten Sie, dass Computer, Drucker, Kopierer und die im Raum befindlichen Personen zusätzliche Wärmequellen sind. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 65 % betragen. Zu trockene Luft, vor allem durch die Abluft der Geräte und durch zu starkes Heizen, trocknet die Augen und die Schleimhäute aus. Zugluft sollte unbedingt vermieden werden!
Lärm stresst den Körper und stört die Konzentration! Trennen Sie Lärmquellen vom Arbeitsplatz. Verwenden Sie lärmarme Arbeitsmittel. Verwenden Sie schallschluckende, antistatische Bodenbeläge, Aufstellflächen und Unterlagen.

Gesetzliche- und EU-Vorschriften

Seit 01.01.1997 gilt die EU-Richtlinie für PC-Arbeitsplätze in Deutschland. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie ihre Büros bis 31.12.1997 europafit gestalten müssen. Dies bedeutet sie müssen den Zustand ihrer PC-Arbeitsplätze auf Gesundheitsgefahren und Ergonomie hin analysieren und, wenn nötig, den Forderungen der Richtlinie anpassen. Daher müssen sämtliche Bürobelange untersucht werden, angefangen beim Raumklima max. 26°C, über Licht, Lärm max. 55 dB(A), ergonomisch richtiger Möblierung, Aufstellung des Bildschirms, Software-Ergonomie bis hin zur Organisation des Arbeitsablaufs. Für bestehende Bildschirmarbeitsplätze gilt eine Übergangsfrist von 4 Jahren. Ab dem 01.01.1997 haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf einen ergonomisch gestalteten Arbeitsplatz. Kommt der Arbeitgeber seinen Pflichten nicht nach, so können sich die Beschäftigten an die Gewerbeaufsicht oder die Verwaltungs-BG wenden.

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letzte Änderung: 28.09.2016 · Copyright © 2017 by EDV-Service Peter Hampel